Factoring dem Bedarf anpassen

Der Verkauf von Forderungen an einen Factor ist eine besonders bei Existenzgründern beliebte Möglichkeit zur Verbesserung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit. Ein Kredit für Selbstständige ist bei jungen Unternehmen nicht so einfach zu bekommen, weil aus den wenigen vorliegenden Daten keine sicheren Gewinnprognosen für die Zukunft möglich sind. Factoring ist deshalb eine sinnvolle Alternative zu klassischen Unternehmensfinanzierungen. Allerdings sind die Kosten relativ hoch. Zehn bis zwanzig Prozent des Kaufpreises werden als Sicherheit gegen Forderungsausfälle einbehalten. Hinzu kommen Factoring-Gebühren, die bei kleinen Umsätzen deutlich oberhalb von einem Prozent liegen, variable Zinsen für die Vorfinanzierung sowie weitere Gebühren je nach beauftragter Dienstleistung. Das ist zum Beispiel die Übernahme von Bonitätsprüfung, Rechnungserstellung, Mahnwesen und Inkasso. Durch gezielte Auswahl der richtigen Variante des Factorings lässt sich hier viel Geld sparen.

Einteilung nach Leistungsumfang

Echtes Factoring liegt nur vor, wenn der Factor das Risiko eines Forderungsausfalls trägt, das sogenannte Delkredere-Risiko. Unechtes Factoring ist nach seiner rechtlichen Ausgestaltung eher ein Kreditvertrag, bei dem die Forderung als Sicherheit abgetreten wird. Zahlt der Kunde nicht, muss das Darlehen trotzdem zurückgezahlt werden. Das sogenannte Fälligkeits-Factoring, international als Maturity Factoring bezeichnet, kann durchaus echtes Factoring sein, aber der Verkäufer der Forderungen verzichtet auf die Vorfinanzierung und erhält das Geld erst bei Fälligkeit. Von Inhouse-Factoring spricht man, wenn der Factor zwar das Ausfallrisiko trägt, die gesamte Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen aber beim Verkäufer bleiben. Die deutsche Bezeichnung Eigenservice-Factoring beschreibt den eingeschränkten Umfang zutreffend.

Das Gesamtpaket muss stimmen

Zusammenfassend raten die Factoring-Experten von www.kreditist.com dazu, sich zunächst über den individuellen Bedarf des Unternehmens klar zu werden. Wer kein Liquiditätsproblem hat und das Risiko eines Forderungsausfalls problemlos selbst tragen kann, braucht für diese Leistungen nicht zu zahlen. Factoring kann aber trotzdem sinnvoll sein, wenn die Ressourcen für ein umfassendes Rechnungs- und Mahnwesen nicht vorhanden und kurzfristig nicht aufzubauen sind. Außerdem ist ein Vergleich der zahlreichen Anbieter angeraten, da sich die Kostenstrukturen zum Teil deutlich unterscheiden.