Crowdfunding: Gute Ideen finden viele Unterstützer

Die Idee, große Projekte durch eine Vielzahl kleiner Beiträge zu finanzieren, ist nicht neu. So berichtet Wikipedia über die Sammlung von rund 160.000 Einzelspenden für den Sockel der Freiheitsstatue in New York. Neu ist dagegen der Begriff Crowdfunding für diese Finanzierungsform. Außerdem geht es längst nicht mehr nur um idealistische oder soziale Ziele, sondern um eine ernst zu nehmende Alternative zu klassischen Unternehmensfinanzierungen über Kreditinstitute.

Spende, Belohnung, Zinsen oder Rendite

Die Ausgestaltung von Crowdfunding deckt eine große Bandbreite von Zielsetzungen ab. Weiterhin gibt es reine Spendenprojekte wie die Freiheitsstatue im 19. Jahrhundert. Dies wird als Crowddonation bezeichnet. Nicht viel anders ist das Crowdsupporting zu sehen. Es wird auch Reward-Based Crowdfunding genannt, weil der „Investor“ – man sollte ihn besser als Spender bezeichnen – nur eine kleine Anerkennung für seine Unterstützung erhält. Filme werden häufig finanziert gegen eine Eintrittskarte für Premieren in verschiedenen Städten oder gegen eine Namensnennung im Nachspann. Oder es gibt eines der innovativen Produkte, für deren Produktion das Geld eingesammelt wird. Echte wirtschaftliche Interessen kommen erst ab der Stufe des Crowdlendings ins Spiel. Eine Privat-Person vergibt einen Kredit an ein Unternehmen und erhält dafür Zinsen, ohne an dem Unternehmen selbst beteiligt zu sein. Von Crowdinvesting spricht man dagegen nur, wenn der Investor eine unternehmerische Beteiligung zeichnet.

Beschränkungen für Kleinanleger

Crowdfunding wird über Internet-Plattformen organisiert. Das ist aber kein rechtsfreier Raum. Es geht um Anlageentscheidungen, die das Risiko eines Totalverlustes beinhalten. Das Kleinanlegerschutzgesetz erlegt den Anbietern Pflichten auf, die denen im Bankenbereich vergleichbar sind. Der Ratgeber www.cloudkredit.com nennt wichtige Eckpunkte: Privatleute dürfen nicht mehr als 10.000 Euro investieren. Außerdem müssen sie bei Summen ab 1.000 Euro Auskunft über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse geben und erklären, dass sie ein verfügbares Vermögen von mindestens 100.000 Euro besitzen und nicht mehr als zwei Netto-Monatsgehälter anlegen. Wird ein Projekt mit mehr als 2,5 Millionen Euro finanziert, besteht für den Initiator die Pflicht, einen umfassenden Verkaufsprospekt zu erstellen, wie er auch für geschlossene Fonds existieren muss. Denn wirtschaftlich betrachtet ist Crowdinvesting nichts anderes als eine unternehmerische Beteiligung mit allen Chancen und Risiken.